JAN PLEITNER

TRÄUM WEITER!

01

02

03

170x170

230x140

aufschwarz1

l1003349

jan-pleitner-5

l1003362

jan-pleitner-1

jan-pleitner-2

JAN PLEITNER

KVHP            JAN PLEITNER  TRÄUM WEITER                                                                             17.2.17

Jan Pleitner wurde  1984 in Oldenburg geboren, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Jörg Immendorff und Tal R.

Ausgestellt hat er bereits in Köln, Düsseldorf, Moers, Leipzig,  Berlin, Stuttgart, Brüssel, Kopenhagen, Skagen, London, Dublin und Los Angeles. 2013 hat er ein Stipendium der Kulturstiftung der öffentlichen Versicherungen Oldenburg gewonnen.

Zurzeit lebt und arbeitet er in Düsseldorf.

Pleitners Gemälde entstehen in Phasen schneller Aktivität, in denen der Künstler keine Pausen  macht, sondern marathonartig seine Werke vollendet. Sie werden nicht nach einem bestimmten Schema komponiert, sondern im Unterbewusstsein, sind somit die Verkörperung seiner künstlerischen Urkraft, die aus dem Innersten des Künstlers  emotional  auf die Leinwand gebracht wird. Unterstützt wird diese Emotionalität häufig durch die Musik, die er bei seiner Arbeit hört.

Die in mehreren Öl Farbschichten übereinandergelegten, abstrakten, polychromen Dukti bewirken ein eindrucksvolles Gesamtwerk in dem die Spektralfarben zu einem, fast kristallin erscheinenden, Gebilde verwoben zu sein scheinen.

Seine Abstraktion, die rein formal an den abstrakten Expressionismus anknüpft, ist jedoch nicht streng geometrisch abgegrenzt oder angeordnet, sondern  scheint die Zweidimensionalität aufzuheben und Farbräume zu schaffen, die etwas Geheimnisvolles haben, erinnern den Betrachter z.B. an in allen Farben schimmernde Höhlen, was durch einzelne, sehr helle Farbreflexe, die wie Lichtschimmer wirken, erzielt wird.

Die immer wieder dazwischenliegenden dunklen bis schwarzen Pinselstriche bewirken eine räumliche Tiefe, die jedoch nicht wirklich räumlich greifbar ist und erscheint. Die kräftige Farbpalette, die hauptsächlich aus Rot, Gelb, Blau und Grün besteht,  führt zu einem für den Betrachter überwältigenden Farbrausch, der durch die Großformatigkeit der Werke noch verstärkt wird.

Dennoch entsteht kein Chaos. Der Duktus verläuft kräftig und schnell  gesetzt in breiten, senkrechten, mitunter leicht gebogenen oder diagonalen  Strichen, die sich teilweise durch ihre Farbigkeit, teilweise durch ihre Verlaufsrichtung zu  Bündeln zusammenschließen. Die Polychromie erscheint dabei  durchaus ausgewogen, was einerseits durch die  relativ regelmäßige Verteilung der einzelnen Farben, sowie durch die Farbverläufe ausgelöst wird, die innerhalb der Strukturen entstehen. So vermischen sich die reinen Farben z. B. zu Violett -, Orange- oder Hellblautönen, die das ganze Werk beleben und durch die damit verbundene Ausprägung von Hell-Dunkel-Kontrasten eine gewisse Räumlichkeit entstehen lassen. Ein bewusstes Einsetzen von künstlerischen Regeln bewirkt, dass die Werke so aussehen und wirken, wie sie es sollen. Hierbei ist immer auch  entscheidend, den Zeitpunkt festzulegen, wann ein Werk fertig ist.

Eine wichtige Inspiration zu seinen Werken waren seine ausgedehnten Reisen durch Mittel- und Südamerika, insbesondere in den Dschungel des Amazonas, während denen er erfahren hat, dass es mehr gibt, als man sich träumen lässt. Jan Pleitners Werke faszinieren den Betrachter durch seine kraftvollen Farbarrangements, die hier durch die Inszenierung im Kunstverein Heppenheim -in einem  fast mystisch beleuchteten, dunklen Raum- noch stärker hervorgehoben werden was eine fast spirituelle Vertiefung der Betrachters in die Werke ermöglicht.

Er selbst vergleicht die Entstehung seiner Bilder mit einem Rally Car Rennen, bei dem das Gehirn extrem schnell arbeiten muss und auf Gelerntes und Erfahrenes zurückgreifen muss, um es binnen Millisekunden abzurufen um einfach zu reagieren. Zeit zum Überlegen bleibt dabei nicht. Das Rennen entsteht ebenso wie sein Werk aus dem Instinkt, der von der Natur her so angelegt ist, um schwierige Situationen schnell lösen zu können.

Auf diese instinktive Aktion greift Jan Pleitner absichtlich zurück und lässt hiermit den unverfälschten, ursprünglichsten Ausdruck eines Kunstwerks entstehen. Seine Werke spiegeln somit den Geisteszustand des von allen bewussten Gedanken befreiten Gehirns wieder, wodurch  diese unerklärliche Faszination ausgelöst wird, die den Betrachter bereits beim ersten Anblick gefangen nimmt. Die Entdeckung des Unbekannten und  Unbewussten macht den Reiz dieser Gemälde aus.

 

Anke Emig

 

 

 

Advertisements

Kommentare sind deaktiviert.

%d Bloggern gefällt das: